Nach der gemeinsamen Anreise der letztendlich 9 von gemeldeten 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern am Freitag, begann die erste Trainingseinheit um 19 Uhr mit einem „lockeren Lauf“ durch die Gartengelände Krüllsdyk und Leykesdyk im Krefelder Norden. Hierbei wurden einige Zwischenstops eingelegt, um unsere Körper mittels Zukis, Ukes und Keris (Stöße, Blocks und Tritte !!) noch einmal so richtig „aufzuheizen“. !
Nach der ca. 5 km langen Runde wurden die Laufschuhe ausgezogen, und eine etwa 1-stündige Trainingseinheit mit den Schwerpunkten Kokotsu Dachi und Hüfteinsatz absolviert. Schon diese erste Trainingseinheit, die von Erwin mit dem Hinweis begonnen wurde, dass während des Kangeiko die einzelnen Techniken jeweils in großer Zahl wiederholt werden sollten, vermittelte jedem der Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Vorgeschmack auf das bevorstehende (und zu überstehende !!) Wochenende. Im Anschluß an das Training wurden wir mit einem ausgiebigen Saunagang und einem gemütlichen Abendessen für unseren Einsatz belohnt.
Die Nacht endete am Samstag morgen um 7.00 Uhr, da es um 7.30 Uhr schon wieder mit einem erneuten Lauf losging, worauf eine 1-stündige Kata - Trainingseinheit mit den Inhalten Heian Shodan - Ura und - Go (seitenverkehrt und rückwärts !!) und Bassai Dai - Go (seitenverkehrt) folgte. Die verschiedenen Ausübungsformen der Kata wurden durch Bunkai- (Anwendungs-) Übungen verdeutlicht, da die ungewohnten Variationen bei den Teilnehmenden doch mehr oder weniger für Verwirrung sorgten!
Nach dem anschließenden Duschen und dem gemeinsamen Frühstück versuchten sich einige der Lehrgangsteilnehmer in der Kunst des Bogenschießens. Es wurde schnell klar, das es einer Menge Übung bedarf, um überhaupt die Zielscheibe zu treffen.
Die 2. Trainingseinheit an diesem Tag begann um 12.30 Uhr, und beinhaltete ausschließlich Kumite. Es wurden verschiedenste Kombinationen „trocken“ in unendlich zu scheinenden Bahnen gelaufen, die dann immer wieder am Partner ausprobiert und geübt werden durften (sollten!). Hierbei nutzten einige der Trainierenden die Gelegenheit, um sich auf harte aber faire Weise gegenseitig „einen einschenken“ zu können. Grundlegender Schwerpunkt in dieser Kumite - Einheit war Zanshin (Wachsamkeit). Man darf im Kampf nie das ganze Ki (Energie) herausnehmen, sondern sollte immer mit Energie gefüllt sein, um auf urplötzliche Veränderungen reagieren zu können.
In der Pause von 13.30 bis 15.30 Uhr wurden gemeinsam die Vorbereitungen für das original japanische Shabu - Shabu (Rindfleisch – Gemüse) Abendessen getroffen. Das Fleisch und das Gemüse mußte geschnitten, der Spinat geputzt, der Meerrettich geraspelt (was von insgesamt 3 verschiedenen Teilnehmern nacheinander aufgrund des extremen Tränenflusses gemacht werden mußte) und der Tisch gedeckt werden.
Die 3. Trainingseinheit des Tages verlangte von allen sowohl konditionelle als auch ausgesprochen koordinative Anstrengungen. Erwin beglückte uns mit exotischen Kombinationen im Kihon, die besonders die ohnehin schon schweren Beine in Form von verschiedenen Keris (Tritte) wie Mae-, Mawashi-, Yoko-, Ushiro- und Ura Mawashi Geri beanspruchten. Im Anschluß an diese 1- stündige Trainingseinheit folgte der von allen „gefürchtete“ Kraftzirkel! An insgesamt 8 Stationen (Bankdrücken, Beinmaschine, Trizepsziehen, Kniebeugen, Situps, Zukis am Makiwara, und Shuto Ukes am Makiwara) mußten von den Männern jeweils 100 und von der Frauen je 50 Wiederholungen ausgeführt werden. Nach ca. 1 Stunde war auch diese letzte „Hürde“ des Tages von allen mit Bravour bewältigt worden.
Nach insgesamt ca. 6 Stunden Training an diesem Tag entschädigte zunächst ein gemeinsamer Saunagang die Strapazen. Als Krönung des Tages folgte dann das lang ersehnte und von allen begehrte Abendessen. Bevor wir uns allerdings die Köstlichkeiten munden lassen konnten, erklärte uns Erwin die entsprechenden Verhaltensregeln, vor allem beim Sake -Konsum.
Man darf sich nie selbst einschenken, sondern muß immer erst dem oder den Nachbarn das köstliche Getränk anbieten!!
Natürlich wurde diese Verhaltensregel von Allen in besonderem Maße beachtet!!
Der Abend stellte die absolute Krönung des Kangeikos dar, und wurde ohne Ausnahme von allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern so empfunden.
Nach einer (viel zu kurzen) Nacht begann am Sonntag das letzte Training um 8 Uhr.
Wie gehabt absolvierten wir unsere übliche Runde durch die Gartengelände, wobei wir auch dieses Mal nicht auf zahlreiche Kiais (Kampfschrei) verzichteten (sehr zum Verdruß einiger Nachbarn!!).
Die abschließende Trainingseinheit im Dojo (draußen war es doch etwas zu kalt!) verlangte zum letzten Mal an diesem Wochenende alles von uns ab. Kihon vom Feinsten, Happo Kumite (Kampfübungen in verschiedene Richtungen) und schließlich Kumite gegen 1, 2 und schließlich 3 Gegner gleichzeitig krönten diese Trainingseinheit.
Nach Duschen, Frühstücken und Aufräumen trennten sich die Wege der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die für ca. 40 Stunden gemeinsam den Do (Weg) des Karate auf intensivste Weise ein kleines Stück weit beschritten haben.
Besonders betonen möchte ich an dieser Stelle die tolle Organisation der Rahmenbedingungen (Verpflegung, Unterkunft) und das inspirierende, an körperliche und geistige Grenzen heranführende (und diese auch erweiternde) Training.

Darüberhinaus stellte die wundervoll harmonisierende Trainingsgemeinschaft bestehend aus:
Heike Tille, Annika Wiese, Steffi Dreßen, Frank „Sparkasse“ Wenzl, Ulli Paffrath, Leo „Faßkeller“, Kai, Erwin und meine Wenigkeit ein tolles Team dar, dass sich gegenseitig unterstützte und „pushte“.
das Kangeiko findet in unseren vereinseigenen Räumen jeweils im Februar eines Jahres statt.
In dem Preis von 55 Euro sind LG- Gebühr, Unterkunft und die gesamte Verpflegung enthalten.
Der genaue Termin für 2003 steht noch nicht fest, wird aber noch bekanntgegeben.
Die verbindliche Anmeldung muß bis spätestens 3 Wochen vor dem LG schriftlich oder telefonisch eingegangen sein, wobei gleichzeitig die gesamte Gebühr auf das Konto des Vereins überwiesen sein muß.
In diesem Sinne 0ss, Georgos Roumeliotis