Bericht vom Mallorcalehrgang 2004

Lehrgang in Mallorca 2004

Zu den Fotos

Zum fünften Male in Folge sammelten sich am 24.9.20004 wieder kleine Gruppen Karateka an den Flughäfen von Düsseldorf und Mainz, um sich am frühen Abend gemeinsam am Flughafen von Palma zu treffen. Von dort aus ging es unter Leitung von Erwin Querl mit dem vorbestellten Bus einmal quer über die Insel ins Hotel nach Can Picafort im Norden von Mallorca. Dort wurden wir vom Hotelpersonal, das uns schon erwartete, herzlich begrüßt und mit einem Sekt und einem kleinen Snack in Empfang genommen. Nachdem die Zimmer bezogen waren, gönnte sich fast jeder noch ein 'cerveza' im hoteleigenen Cafe, bevor man sich zur Nachtruhe zurückzog.
Denn morgens findet das Training vor dem Frühstück von 7.30 bis 8.45 Uhr im hoteleigenen Dojo statt. Danach hat man den Tag zur freien Verfügung bis das Training am Strand von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr -unter den neugierigen Augen der Strandbesucher- beginnt.


Das Lehrgangsbild vom Stefan

Kurz vor Sonnenaufgang trafen wir uns dann samstags morgens noch etwas müde und träge - aber neugierig - in der Lobby und gingen gemeinsam zum ersten Training ins Dojo, das direkt neben dem Hotel steht. Nach dem Aufwärmen und einigen Dehnübungen brachte uns Erwin in verschiedenen Übungen das Lehrgangstehma näher: 'Distanz'. Wir lernten in dieser Woche verschiedene Möglichkeiten Distanzen zu überbrücken und auszugleichen, vorzugsweise durch Einsatz verschiedener Stände, Ausweichen, Sabaki oder Verlängerung bzw. Verkürzung der Schrittbewegungen. Um ein besseres Gefühl für die Länge von Armen und Beinen zu erhalten, trainierten wir unterschiedlichste Variationen dann auch immer mit dem Partner. Neben Kihon und Partnertraining wurde täglich eine Heian-Kata in normaler Richtung, seitenverkehrt und im Bunkai trainiert.


Unser Frühstückstisch

Nach dem Training traf man sich dann gemeinsam an einem großen Tisch zum Frühstück, bevor sich dann einige Teilnehmer die Stadt näher ansahen und z.B. shoppen und flanieren gingen. Leider konnten wir samstags nicht am Strand in der Sonne liegen, da uns das stürmische und kühle Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Die nachts erschienen Wolken und der starke Wind sorgten ebenso dafür, dass das zweite Training nicht wie geplant am Strand sondern im Dojo stattfand, wo wir versuchten unsere Hüftarbeit zu verbessern. 
Beim abendlichen Spaziergang an der Promenade traf man sich dann locker und ungezwungen zu einem mittlerweile traditionellen Cocktail in der Reggaebar. Wir ließen uns die fruchtigen, gar köstlichen Getränke schmecken, während es draußen noch stürmte und die Brandung am Strand Sonnenschirme und Liegen umspülte.
Aber schon am nächsten Morgen war das Wetter wieder freundlicher und viel sonniger. Beim Training arbeiteten wir wieder an unserem Distanzgefühl erst ohne Partner, dann mit Partner und schon klappte es nicht mehr so wie Erwin sich das vorgestellt hatte: 'Dran aber nicht drin!' Das versuchten wir dann auch in den nächsten Trainingeinheiten mit dem Partner umzusetzen. Als Erwin dann noch die Kombinationen anspruchsvoller gestaltete, war unsere Flexibilität gefragt. 'Ihr müsst schneller denken' kam von ihm freundliche Unterstützung.

Am Dienstag verkündete Erwin beim Frühstück, dass ein Teilnehmer wie jedes Jahr während des Lehrganges seinen 24. Geburtstag feierte. So sang man 'Happy Birthday' (die anderen Hotelgäste mögen es uns hoffentlich verziehen haben), schwang dazu eine Wunderkerze und frönte dem außerordentlichen Sektfrühstück. Der Dienstagnachmittag war wie üblich trainingsfrei und es bildeten sich kleine Grüppchen, die entweder den Strand unsicher machten oder mit Leihwagen das Landesinnere erkundeten. Die Tropfsteinhöhlen von Arta waren ein Ausflugsziel, verbunden mit einem traditionellen mallorquinischen Spanferkelessen in einem alten Landgasthaus neben einer sarazenischen Festung. 


Training am Strand

Die letzten beiden Strand-Trainingseinheiten trainierten wir wieder - wie im letzten Jahr - mit dem Bo. Heian Shodan und Heian Nidan mit Bo standen auf dem Programm, zuerst langsam um sich an die neue Waffe zu gewöhnen, dann etwas forscher und zuletzt im Bunkai mit dem Partner. Hier waren die Teilnehmer des vergangenen Jahres klar im Vorteil.
Die letzten Morgentrainings waren unseren Beinen gewidmet, wobei Kombinationen von Maegeri, Kisami Maegeri, Ushirogeri und Mawashigeri auf dem Programm standen, die dann zur Verinnerlichung des Distanzgefühls auch am Partner trainiert wurden. Tief stehen und tief bleiben wurde auch bei den Beintechniken von uns gefordert: 'Ihr müsst unten unten bleiben!'
Erwin nahm vor dem letzten Training noch eine Kuy-Prüfung ab: Der einzige Gelbgurt, der sich die Woche wacker und mit Bravour nur Braun- und Schwarzgurten stellte, verdiente sich den Orangegurt. 

In einem alten mallorquinischem Restaurant feierten wir am letzen Abend traditionell unseren Abschied. Das Fleisch wurde an einem offenen Grill mitten im Restaurant bereitet, zuvor wurden mallorquinische Vorspeisen gereicht. Fisch, Salate und Pommes Frites sorgten dafür, dass auch die Vegetarier nicht zu kurz kamen. 
Zur Erinnerung an diesen Lehrgang überreichten wir Erwin einige typisch mallorquinischen Produkte: Meersalz aus den Salinen im Süden der Insel, Wein, Essig und Öl und eine mallorquinische Mettwurst. 
So klang der letzte Abend nach einem gemütlichen Essen unter dem mediterranen Vollmond harmonisch aus.
Dies war wieder ein gelungener Lehrgang und Urlaub, der uns viele Spaß gemacht hat und uns auch viele neue Anregungen und Einblicke in die Welt des Karate brachte.

 

 
Abgrüßen am Strand

Oss Melanie, Alex

 


© Karate Dojo Nakayama Krefeld - Verwendung der hier dargstellten Inhalte, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.
Diese Seite bookmarken bei